Der Start von myTalentscout

Ein Interview mit Jasmin Cavalcanti, Co-Founderin von myTalentscout.

Warum eine eigene Personalvermittlung gründen, wenn es in der DACH-Region bereits mehr als 61.000 Personalvermittler gibt?

Co-Founderinnen Juliana Marinho und Jasmin Cavalcanti

Wann wurde myTalentscout gegründet?

Meine Geschäftspartnerin, Juliana Marinho, und ich gründeten Mitte 2016 die myTalentscout GmbH. Im Januar 2017 starteten wir operativ mit zwei Mitarbeiter*Innen, also insgesamt zu viert. Heute sind wir stolze 14 Kolleg*innen.

Warum habt ihr euch dazu entschlossen, eine weitere Personalvermittlung zu gründen? Davon gibt es doch schon mehr als genug!

Das ist richtig. Personalvermittlungen gibt es wie Sand am Meer. Der Grund ist eigentlich ganz einfach. Wir haben kein Unternehmen gefunden, mit dem wir uns so richtig identifizieren konnten.
Im Laufe diverser Bewerbungsprozesse ist uns klar geworden, dass es den meisten Menschen im IT-Universum sicherlich ähnlich ergeht. Wir haben in dieser Zeit viel darüber gelernt, was es bedeutet sich neuen beruflichen Herausforderungen stellen zu wollen. Es geht um viel mehr als die geforderten Skills, die zu erwartenden Aufgaben, Gehalt- und Benefit-Paket.

Warum habt ihr kein Unternehmen gefunden, mit dem ihr euch identifizieren konntet?

Ich denke dafür gab es mehrere Gründe. Zum einen lag es sicher an einem Überangebot an verfügbaren Arbeitsplätzen in Kombination mit mangelnder Zeit für Vorstellungsprozesse usw. um alle Möglichkeiten im Detail prüfen zu können. Ich hätte zu dem Zeitpunkt gerne die Hilfe von einem kompetenten Personalvermittler in Anspruch genommen um eine bessere Übersicht meiner Möglichkeiten zu bekommen. Ein starker Partner an meiner Seite, der mich als Person und nicht als CV wahrnimmt und mich dabei unterstützt genau das eine Unternehmen zu finden, in dem ich mich richtig pudelwohl fühle. Leider habe ich auch da niemanden gefunden, bei dem ich mich so richtig gut aufgehoben gefühlt habe.

Ein weiterer Grund ist, dass ich mich in den Unternehmen, bei denen ich Bewerbungsprozesse gestartet habe, einfach nicht wohlgefühlt hatte. In meinen Augen gab es keine Möglichkeiten, in welchen ich nach meinen persönlichen Vorstellungen hätte arbeiten können. Das lag zum einen daran, dass die Unternehmenskulturen, Arbeitsweisen und Wertvorstellungen sich nicht mit meinen gedeckt haben. Aber auch „kleinere“ aber für mich nicht weniger wichtige Punkte wie eine freie Zeiteinteilung und das Tragen meiner Wohlfühlklamotten anstatt Hosenanzug, spielten für mich eine Rolle.

Was macht ihr konkret anders als eure knapp 61.000 Kollegen?

Ich kann natürlich nicht für alle Kollegen sprechen, schließlich hatte ich ja nicht die Möglichkeit alle kennenzulernen 😊.
Doch unser Ansatz ist der Folgende:
Wir möchten Menschen beruflich miteinander verbinden. Das Ganze am liebsten für immer, mindestens aber langfristig. Hierfür reicht simples Skill-Matching oder Buzzword-Bingo schlichtweg nicht aus. Denn es geht einfach um viel mehr, um viel viiiiiiel mehr.

Es geht unter anderem um:

  • Fachwissen, das ich mitbringe, einbringen oder erlernen möchte
  • Kompetenzen, die ich mitbringe, einbringen oder erlernen möchte, z.B. Ideengeber, Lösungsfinder, Analyst, Teamplayer, Speaker, Führungsverantwortung uvm.
  • Unternehmenskulturen, in denen ich mich wohlfühlen kann
  • Motivation, also die Antwort darauf „warum ich mich von einem Unternehmen angezogen fühle“ Sind uns die gleichen Dinge wichtig? Meine Motivation wäre zum Beispiel gewesen, zu zeigen das Personalvermittlung auch in „GUT“ funktionieren kann. Nachhaltig, Transparent, Fair

Außerdem braucht man noch eine sehr gute Martkübersicht um zu wissen in welchen Unternehmen Menschen ihre ganz vielfältigen Wünsche einbringen können.
Darum macht mir dieser Job so viel Spaß. Es ist einfach abwechslungsreich
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